Was sind Ziegelriemchen und wie werden sie im Bauwesen verwendet?

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Ziegelriemchen sind dünne, längliche Platten, die wie echtes Ziegelmauerwerk aussehen, aber ohne dessen hohe Materialstärke und Gewicht auskommen. Im Grunde handelt es sich um dünne Scheiben, die entweder aus ganzen Ziegelsteinen herausgeschnitten oder direkt in flacher Form gebrannt werden. Sie verkleiden Wände und teilweise auch Böden. Die Dicke liegt meist zwischen 1 cm und 2,5 cm, auf dem Markt gibt es aber auch Ausführungen von etwa 0,5 cm bis 5 cm. Anders als klassische Ziegel werden Riemchen nicht vermauert, sondern mit speziellem Mörtel auf den Untergrund geklebt. Dadurch sind sie sehr flexibel einsetzbar und sparen Platz.

Sie kommen sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen und Renovierungen zum Einsatz, um Fassaden oder Innenwänden eine dauerhafte und attraktive Backsteinoptik zu geben. Die vielen Einsatz- und Gestaltungsmöglichkeiten, die ziegelstein riemchen bieten, haben in den letzten Jahren für eine starke Nachfrage gesorgt. Entdecken Sie hochwertige Lösungen bei Stegu.

Was sind Ziegelriemchen?

Definition und Unterschiede zu herkömmlichen Ziegeln

Ziegelriemchen sind vereinfacht gesagt die schlanke Ausführung des klassischen Ziegels. Ein normaler Vormauerziegel, etwa ein Klinkerstein, ist 9 bis 11,5 cm stark und wird vermauert. Riemchen sind dagegen deutlich dünner, meist 1 bis 2,5 cm, teils zwischen 0,5 und 5 cm. Diese geringe Dicke ist ihr Hauptmerkmal und macht das Verkleben anstelle des Mauerns möglich. Sie bilden optisch eine echte Ziegelwand nach, sind aber deutlich leichter und einfacher zu verarbeiten. Nach dem Verfugen wirken sie wie eine massive Ziegelmauer und sind davon kaum zu unterscheiden.

Der wesentliche Unterschied liegt also in der Funktion im Wandaufbau. Ganze Ziegel sind tragende oder vorgesetzte Schichten, Ziegelriemchen bilden nur eine dünne Bekleidung. Das ist ideal, wenn Gewicht oder Platz für massives Mauerwerk fehlen oder nicht gewünscht sind, zum Beispiel bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) oder bei dekorativen Innenwänden.

Herstellung und Materialien

Ziegelriemchen werden hauptsächlich auf zwei Arten hergestellt:

  • Aus gesägten Ziegeln: Bereits gebrannte Vormauersteine oder alte Ziegel werden in dünne Scheiben geschnitten. So behalten die Riemchen alle Eigenschaften und Oberflächenstrukturen der ursprünglichen Steine und wirken besonders authentisch.
  • Direkt als Riemchen geformt: Der Lehm wird schon vor dem Brennen in dünne Formate geschnitten oder in flache Formen gefüllt. Das erlaubt eine genaue Steuerung von Maßen, Oberflächen und Design. Dazu gehören auch ECO-Riemchen, die direkt als dünne Elemente gebrannt werden, um Material- und Energieverluste zu verringern.

Meist bestehen Ziegelriemchen aus Klinker oder anderen Tonmischungen. Das sorgt für hohe Widerstandsfähigkeit und Beständigkeit gegen Witterung. Es gibt aber auch Varianten aus Kalksandstein, Betonwerkstein oder Naturstein, vor allem Schiefer. Diese Auswahl bietet viele Stilrichtungen, von rustikal bis sehr modern.

Unterschiede zwischen Ziegelriemchen und Klinkerriemchen

Die Begriffe Ziegelriemchen und Klinkerriemchen werden häufig gleich verwendet, meinen aber nicht immer dasselbe. Ziegelriemchen können aus unterschiedlichen Ziegelarten entstehen, die bei verschiedenen Temperaturen gebrannt werden. Klinkerriemchen stammen dagegen immer aus Klinkern, die bei sehr hohen Temperaturen gebrannt werden, bis die Poren fast komplett geschlossen sind und die Oberfläche dicht wird. Dadurch sind Klinker besonders hart, frostsicher und widerstandsfähig gegenüber Witterung.

Klinkerriemchen sind also eine spezielle Form von Ziegelriemchen, die sich durch eine besonders hohe Festigkeit und sehr geringe Wasseraufnahme auszeichnet. Beide Varianten bieten die typische Ziegeloptik, Klinkerriemchen werden aber oft dort bevorzugt, wo die Fassade stark belastet wird oder extremen Wetterlagen ausgesetzt ist. Welche Art sinnvoll ist, hängt von den Anforderungen des jeweiligen Bauprojekts ab.

Welche Arten und Formate von Ziegelriemchen gibt es?

Natürliche versus industriell gefertigte Riemchen

Bei Ziegelriemchen unterscheidet man grob zwischen natürlich gewonnenen und industriell produzierten Ausführungen.

  • Natürliche Riemchen: Sie entstehen meist durch das Schneiden alter oder klassischer Ziegel. Jede Scheibe übernimmt Struktur, Farbe und kleine Unregelmäßigkeiten des Ausgangssteins. Das ergibt eine rustikale, lebendige Oberfläche mit viel Charakter – ideal für historische Optiken oder sehr individuelle Wände.
  • Industriell gefertigte Riemchen: Hier werden Riemchen gezielt produziert. Der Lehm wird in dünner Form extrudiert und dann gebrannt. So lassen sich Maße, Farben und Oberflächen sehr gleichmäßig einstellen. Moderne Anlagen ermöglichen große Stückzahlen und hohe Gleichmäßigkeit, was bei größeren Objekten oder einheitlichen Fassaden von Vorteil ist. Dazu zählen auch ECO-Riemchen, die ressourcenschonend direkt als Riemchen gebrannt werden.

Formate, Farben und Oberflächenstrukturen

Ziegelriemchen gibt es in vielen Maßen, Farben und Oberflächen. Übliche Längen liegen zwischen 19 und 24 cm, die Höhe meist zwischen 4 und 6,5 cm. Andere Formate sind aber ebenfalls erhältlich. So lassen sich verschiedene Mauerwerksverbände umsetzen, etwa:

  • Läuferverband
  • versetzte, moderne Muster

Farblich reicht das Angebot von klassischen Rot- und Brauntönen über Grau, Beige und Anthrazit bis hin zu fast weißen oder glasierten Varianten. Die Farbe hängt unter anderem vom Ton, dem Brennverfahren und möglichen Zuschlägen ab.

Auch die Oberfläche kann stark variieren:

  • glatt und eben
  • handstrich- oder handform-Optik mit sichtbarer Struktur
  • besandete oder reliefartige Oberflächen

So lässt sich für jedes Gebäude und jeden Innenraum eine passende Wirkung erzielen.

Sonderlösungen: Antike und recycelte Ziegelriemchen

Für besondere gestalterische Wünsche gibt es antike und recycelte Ziegelriemchen. Antike Riemchen stammen meist aus alten, sorgfältig abgetragenen Ziegelmauern. Sie zeigen Gebrauchsspuren, Patina und individuelle Farbunterschiede, die nur über lange Zeit entstehen. Sie eignen sich gut für Restaurierungen oder für Neubauten, die sofort einen historischen Charakter erhalten sollen.

Recycelte Ziegelriemchen werden ebenfalls aus gebrauchten Ziegeln geschnitten, der Schwerpunkt liegt hier aber auf Wiederverwendung und Ressourcenschonung. Sie sind ökologisch sinnvoll und heben sich optisch von neuen Materialien ab. Anbieter wie DeFries – Baustoffe mit Geschichte führen zum Beispiel Riemchen aus wiederverwerteten Ziegeln. So entstehen Wände mit echter Ziegeloptik und gleichzeitig geringerem Verbrauch neuer Rohstoffe.

Typische Einsatzbereiche von Ziegelriemchen im Bauwesen

Verwendung an Außenfassaden

Die Fassade schützt das Gebäude und prägt seinen Gesamteindruck. Ziegelriemchen sind hier eine gute Lösung, um die Optik und Beständigkeit einer Ziegelwand zu erreichen, ohne schwere, zweischalige Konstruktionen aufbauen zu müssen. Sie eignen sich als Verblender für einschalige Außenwände oder als Bekleidung bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF). Aufgrund ihres geringen Gewichts – vergleichbar mit Keramikfliesen – können sie auf verputzte Hintermauersteine oder direkt auf die Dämmung eines WDVS geklebt werden.

So schützen sie den Wandaufbau vor Regen, Wind und Temperaturwechseln und bilden eine haltbare, pflegearme Oberfläche. Bei Sanierungen lassen sich bestehende Fassaden mit Riemchen optisch komplett verändern, ohne Fenster- und Türdetails stark umbauen zu müssen. Das senkt die Umbaukosten. Für Gebäudeecken gibt es passende Winkelriemchen, die optisch eine gemauerte Ecke nachbilden.

Ziegelriemchen für den Innenbereich

Auch im Hausinneren kommen Ziegelriemchen häufig zum Einsatz. Sie erzeugen eine warme, gemütliche und echte Steinoptik. Besonders beliebt sind sie:

  • im Wohnzimmer (z.B. hinter dem Sofa oder TV)
  • in Küchen (z.B. als Akzentwand)
  • in Bädern (an ausgewählten Wandflächen)
  • an Kaminen oder Ofenwänden

Durch ihre geringe Dicke gehen nur wenige Zentimeter Raum verloren. Das ist ein klarer Vorteil in kleinen Räumen oder bei nachträglicher Renovierung. Die Verarbeitung ähnelt der im Außenbereich: Die Riemchen werden direkt auf das Mauerwerk oder den Putz geklebt. Im Innenbereich sind oft Fugenbreiten von 1 bis 3 mm üblich, um ein feineres Fugenbild zu erhalten.

Sanierung und energetische Nachrüstung

Ziegelriemchen sind besonders praktisch, wenn ein Gebäude energetisch verbessert wird. Wird eine zusätzliche Dämmung angebracht, lassen sich die Riemchen direkt auf die Dämmplatten eines WDVS kleben. So lässt sich die Heizenergie deutlich besser im Haus halten, ohne auf eine hochwertige Ziegeloptik verzichten zu müssen.

Da Riemchen keine tragende Aufgabe übernehmen, lassen sie sich gut mit modernen Dämmstoffen kombinieren. Das ist oft günstiger und schneller als das Errichten einer zweiten gemauerten Schale. Bestehende Gebäude gewinnen auf diese Weise optisch und energetisch, ohne dass die Struktur stark verändert werden muss.

Individuelle Wandgestaltung und Designoptionen

Ziegelriemchen bieten viele Möglichkeiten zur individuellen Wandgestaltung. Beispiele für Stilrichtungen sind:

  • klassische Backsteinwand im Landhausstil
  • Loft-Charakter mit sichtbar rauer Ziegelstruktur
  • ruhige, moderne Flächen in Grau- oder Weißtönen
  • Natursteinoptiken für hochwertige Innenräume

Riemchen lassen sich horizontal oder vertikal verlegen und mit verschiedenen Verbänden und Mustern kombinieren. In Verbindung mit Holz, Putz oder Metall entstehen interessante Kontraste. Dank einfacher Zuschneidung passen sie sich Ecken, Rundungen oder schrägen Flächen gut an.

Auch die Fugenfarbe ist ein wichtiges Gestaltungsmittel. Ton-nahe Fugen wirken ruhig und flächig, starke Kontraste betonen das Fugenraster und machen die Struktur lebendiger. So kann man mit denselben Riemchen ganz unterschiedliche Wirkungen erzielen.

Wie werden Ziegelriemchen verarbeitet?

Vorbereitung des Untergrunds

Ein gut vorbereiteter Untergrund ist die Basis für eine dauerhafte Riemchenverkleidung. Die Wand muss fest, tragfähig, eben, sauber und trocken sein. Lose Putzstellen sind zu entfernen, Unebenheiten auszugleichen und Staub zu beseitigen. Bei Bedarf wird eine passende Unterkonstruktion angebracht oder eine Grundierung aufgetragen.

Auf stark saugenden Flächen wie Putz oder Mauerwerk wird meist ein Tiefengrund eingesetzt, um die Saugfähigkeit zu reduzieren und die Haftung des Klebers zu verbessern. Auf glatten, kaum saugenden Untergründen wie alten Fliesen wird häufig ein Quarzgrund verwendet, der eine raue Oberfläche schafft. Eine stabile und vorbereitete Wand hilft, spätere Schäden wie Hohllagen, Risse oder Ablösungen zu vermeiden.

Kleben von Ziegelriemchen: Techniken und Kleberarten

Die Verarbeitung von Ziegelriemchen ähnelt dem Verlegen von Fliesen, erfordert aber passende Kleber und Sorgfalt. Viele Hersteller bieten spezielle Riemchen-Klebemörtel an. Häufig werden auch Fliesenkleber der Klassen C2TE S1 oder C2TE S2 genutzt. Das sind flexible Zementkleber mit verlängerter Offenzeit und geringer Rutschneigung, gut geeignet für unterschiedliche Untergründe und Einsatzzwecke.

Bewährt hat sich die Buttering-Floating-Methode: Der Kleber wird sowohl auf die Wand als auch vollflächig auf die Rückseite der Riemchen aufgetragen. So entstehen keine Hohlräume, und die Haftung wird verbessert. Die Wahl des Klebers richtet sich unter anderem nach:

  • Art der Riemchen (z.B. alte Abbruchziegel, Klinkerriemchen, Betonoptik)
  • Art des Untergrunds
  • Einsatzbereich (innen oder außen)
  • Belastung durch Feuchtigkeit und Temperaturwechsel

Bei sehr unregelmäßigen, alten Ziegeloberflächen kann ein dickschichtiger Kleber sinnvoll sein. Für dichte Klinkerriemchen werden oft faserverstärkte Flexkleber genutzt.

Verfugen: Auswahl und Wirkung von Fugenfarben

Nach dem Trocknen des Klebers werden die Fugen hergestellt. Sie verbinden die Riemchen untereinander und mit dem Untergrund und haben gleichzeitig großen Einfluss auf die Optik. Draußen sind nach DIN 18515-1 Fugenbreiten von 4 bis 6 mm üblich, drinnen nach DIN 18352 meist 1 bis 3 mm. Es kommt ein frostbeständiger, elastischer Fugenmörtel zum Einsatz, der laut Herstellerangaben für den jeweiligen Bereich geeignet ist.

Die Fugenfarbe steuert den Gesamteindruck der Wand stark. Einige Beispiele:

Fugenfarbe

Wirkung

Ton-in-Ton

ruhige, geschlossene Fläche, Fugen treten optisch zurück

starker Kontrast

Fugenraster wird betont, lebendige, strukturierte Wirkung

weiße Fugen

bei roten Ziegeln stark kontrastreich, bei hellen Ziegeln eher ruhig und raumöffnend

Je nach gewünschtem Stil lässt sich so eine zurückhaltende oder sehr markante Wandgestaltung erzielen.

Imprägnierung und Schutz vor Witterungseinflüssen

Vor allem im Außenbereich, aber auch in Küchen und Bädern, kann eine Imprägnierung sinnvoll sein. Ziegel sind porös und können Feuchtigkeit aufnehmen. Eine gute Imprägnierung dringt in die Poren ein und bildet eine wasserabweisende Schicht, ohne die Oberfläche sichtbar zu verändern oder abzudichten.

Draußen schützt sie vor Regen, Spritzwasser, UV-Licht, Schmutz und Schadstoffen aus der Luft. Sie verringert auch das Aufsteigen von Feuchtigkeit aus dem Erdreich, zum Beispiel an Sockelbereichen. Drinnen erleichtert eine Imprägnierung die Reinigung und verhindert, dass Fett, Wasser oder Schmutz tief eindringen. Üblich sind silikon- oder silan-/siloxanbasierte Produkte. Welches Mittel passt, hängt ab von:

  • Ziegeltyp (z.B. dichter Klinker oder saugfähige Handformziegel)
  • Einsatzort (innen/außen, Boden/Wand)
  • gewünschten Eigenschaften (z.B. besondere Fett- oder Wasserabweisung)

Welche Vorteile bieten Ziegelriemchen?

Gestalterische Vielfalt und Ästhetik

Ziegelriemchen bieten sehr viele optische Möglichkeiten. Sie bringen den typischen Charakter von Ziegelmauerwerk in Neubau und Bestand, ohne eine massive Wand aufbauen zu müssen. Die große Auswahl an Formaten, Farben und Oberflächen – von glatt und modern bis rustikal mit starker Struktur – lässt viele Gestaltungen zu. Ob klassische rote Fassade, graue Architektur im Industrial-Stil oder lebendige Wände aus recycelten Ziegeln: Mit Riemchen ist vieles machbar. Nach dem Verfugen wirkt die Fläche wie eine durchgemauerte Ziegelwand, benötigt aber weniger Material und Aufwand.

Gewichtsvorteile und einfache Verarbeitung

Weil Ziegelriemchen so dünn sind, bringen sie deutlich weniger Gewicht mit als Vollziegel. Das schont die Statik und macht Transport und Montage einfacher. Sie werden geklebt, ähnlich wie Fliesen, was weniger Zeit und Material erfordert als klassisches Mauern. Projekte lassen sich schneller umsetzen, und häufig sinken auch die Gesamtkosten. Durch einfaches Zuschneiden lässt sich auch bei komplizierten Wandformen eine saubere Lösung finden.

Energieeffizienz und Isolationswirkung

In Verbindung mit einer Dämmschicht können Ziegelriemchen den Wärmeschutz einer Wand deutlich verbessern. Sie werden meist auf Dämmplatten geklebt, zum Beispiel im WDVS. Die Dämmung reduziert den Wärmeverlust, die Riemchen bilden den wetterbeständigen Abschluss. Das senkt Heizkosten im Winter und verhindert zu starke Aufheizung im Sommer. Gleichzeitig schützt die Riemchenschicht die Dämmung selbst vor Witterung und mechanischer Beanspruchung.

Nachhaltigkeit und Umweltaspekte

Viele Ziegelriemchen werden aus natürlichen Rohstoffen hergestellt und lassen sich wiederverwerten. ECO-Riemchen werden schon direkt als dünne Platten gebrannt, ohne sie aus ganzen Ziegeln schneiden zu müssen. Das spart Rohstoffe und Energie. Recycelte Riemchen aus alten Ziegelsteinen tragen zusätzlich dazu bei, bestehende Materialien weiter zu nutzen und Abfall zu verringern. Dank ihrer langen Lebensdauer und geringen Wartungshäufigkeit sind Riemchen auch aus ökologischer Sicht interessant: Sie müssen selten erneuert werden und halten über viele Jahre ihre Optik.

Sind Ziegelriemchen genauso langlebig und qualitativ wie ganze Ziegel?

Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit

Ein Ziegelriemchen ist im Grunde ein abgeschnittener Teil eines Ziegels. Bei Tonriemchen gelten daher die gleichen Materialeigenschaften wie bei ganzen Ziegeln: hohe Festigkeit, Frostbeständigkeit und gute Widerstandsfähigkeit gegen Witterung. Sie vertragen Hitze und Kälte, ohne sich zu verformen, und sind unempfindlich gegen Schimmel und übliche Feuchtigkeitseinwirkungen.

Da Riemchen dünner sind und auf einer Unterkonstruktion kleben, übernehmen sie keine tragenden Aufgaben wie eine Vollziegelwand. Sie sind Bekleidung und Schutzschicht. Werden sie fachgerecht angebracht und mit passenden Klebern und Fugenmörteln verarbeitet, können sie eine Lebensdauer erreichen, die mit klassischem Ziegelmauerwerk vergleichbar ist.

Pflege und Wartung

Ziegelriemchen sind generell pflegearm. Im Vergleich zu Holz oder verputzten Flächen benötigen sie wenig Nacharbeit. Ihre Oberfläche ist widerstandsfähig gegen viele Arten von Verschmutzung.

Im Außenbereich genügt meist eine gelegentliche Reinigung, um Moos, Algen und Schmutz zu entfernen. Spezielle Reinigungsmittel können eingesetzt werden, sollten aber zum Material passen. Eine Imprägnierung kann die Reinigungsintervalle verlängern und die Oberfläche zusätzlich schützen. Wichtig ist auch, die Fugen regelmäßig zu kontrollieren, vor allem nach strengen Wintern. Risse oder Beschädigungen sollten frühzeitig ausgebessert werden, damit kein Wasser hinter die Verkleidung dringt.

Im Innenbereich reicht meistens Staubsaugen oder feuchtes Abwischen. In Küchen und Bädern kann eine Imprägnierung Fett- und Wasserflecken vorbeugen und die Reinigung erleichtern.

Tipps zur Auswahl und zu relevanten Vorschriften

Worauf beim Kauf zu achten ist

Damit das Projekt gelingt, lohnt sich ein genauer Blick auf die gewünschten Riemchen. Zu den wichtigsten Punkten gehören:

  • Material: Ton- oder Klinkerriemchen, Betonriemchen oder Natursteinriemchen haben unterschiedliche Eigenschaften bei Farbton, Wasseraufnahme und Frostbeständigkeit.
  • Eignung für innen/außen: Nicht alle Produkte sind gleichermaßen für Außenfassaden, Bäder oder Kamine geeignet.
  • Qualität und Normen: Achten Sie auf CE-Kennzeichnung und technische Angaben des Herstellers.
  • Optik: Farbe, Format und Oberflächenstruktur bestimmen den Gesamteindruck. Musterstücke helfen, die Wirkung bei Tageslicht oder Kunstlicht zu beurteilen.
  • Formteile: Prüfen Sie, ob passende Winkelriemchen für Ecken und Abschlüsse erhältlich sind.
  • Nachhaltigkeit: ECO-Riemchen oder recycelte Riemchen können eine umweltfreundliche Variante sein.

Auch der Preis spielt eine Rolle, sollte aber immer im Verhältnis zu Haltbarkeit und gewünschter Optik bewertet werden. Ein Beratungsgespräch mit Fachhändlern oder Handwerkern kann helfen, die passende Wahl zu treffen.

Relevante baurechtliche Vorschriften

Beim Einsatz von Ziegelriemchen gelten bestimmte Vorgaben und Normen. In Deutschland sind vor allem Bestimmungen zur Wärmedämmung und zum Brandschutz wichtig, da Riemchen häufig zusammen mit WDVS-Systemen genutzt werden. Die verwendeten Produkte müssen zu den geprüften Systemen passen und die vorgeschriebenen Anforderungen an Brandschutz und Dämmleistung einhalten. Es lohnt sich, die örtlichen Bauordnungen und eventuelle Vorgaben der Kommune zu kennen, da diese sich je nach Region unterscheiden können.

Auch für Fugenbreiten gibt es genaue Regeln: Draußen sieht die DIN 18515-1 Fugen von 4 bis 6 mm vor, drinnen legt die DIN 18352 Breiten von 1 bis 3 mm fest. Zusätzlich müssen Kleber und Fugenmörtel den technischen Anforderungen entsprechen, etwa hinsichtlich Frost- und Temperaturbeständigkeit sowie Flexibilität. Technische Datenblätter der Hersteller und die Beratung durch Architekten oder Fachhandwerker helfen dabei, die richtigen Produkte zu wählen und alle Vorgaben einzuhalten.

Fazit: Für wen eignen sich Ziegelriemchen im Bauwesen?

Ziegelriemchen sind gut geeignet für alle, die die Optik von Ziegelmauerwerk wünschen, ohne eine schwere und dicke Wand aufbauen zu wollen oder zu können. Sie bieten beim Neubau eine einfache Möglichkeit, eine Ziegelfassade zu gestalten, ohne eine zweischalige Konstruktion mit Vormauerziegeln zu nutzen. Gleichzeitig sind sie hervorragend für Sanierungen, bei denen das Gebäude energetisch modernisiert und optisch aufgewertet werden soll.

Im Innenbereich sind Ziegelriemchen ideal für alle, die Wohn- oder Arbeitsräume mit warmem, rustikalem oder industriellem Charakter gestalten möchten, ohne viel Platz zu verlieren. Die große Auswahl an Materialien, Formaten, Farben und Oberflächen macht fast jede Wunschoptik möglich – vom Landhausstil über das Loft bis hin zu modernen, klaren Flächen. Durch ihre lange Haltbarkeit, die einfache Pflege und die Möglichkeit, sie mit nachhaltigen Baukonzepten zu verbinden, sind Ziegelriemchen eine wirtschaftliche und zukunftsorientierte Lösung für viele Bauprojekte.